Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission
Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission

Was passiert, wenn etwas passiert ...

Nachdem Herr Rolf-Jürgen Hermes im vergangenen Jahr zum Vorsitzenden des Stiftungsrates gewählt worden ist, hat er anläßlich der Sitzung des Stiftungsrates im Februar 2018 über seine Tätigkeit als Geschäftsführer der PANDI Services J.&K. Brons GmbH referiert.

 

PANDI Services unterstützt die P & I Clubs bei der Bearbeitung von Schadensfällen in der Schifffahrt. P & I ist die Abkürzung für Protection and Indemnity (Schutz und Entschädigung)

 

Unter der Überschrift "Was passiert, wenn etwas passiert ..." schilderte Hermes insbesondere die Hilfsmöglichkeiten bei Personenschäden unter den Besatzungsmitgliedern. Mehr unter www.pandi.de

 

Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission informiert auf dem Kirchentag

Regen Zuspruch fanden die Informationen über die Stiftung der Seemannsmission auf dem 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin-Wittenberg vom 24.-28. Mai 2017. Landesbischof em. Jürgen Johannesdotter (links) und Seemannsdiakon Dirk Obermann aus Bremerhaven führten viele Gespräche mit interessierten Besuchern. Hierbei ging es sowohl um die Arbeit der Stiftung als auch die praktische Arbeit der Seemannsmission in den Stationen.

 

Die Stiftung ist seit ihrer Gründung im Jahr 2004 Partner der Diakonie. Sie versteht sich als Teil der diakonisch-missionarischen Tätigkeit der christlichen Kirchen.

 

Foto:privat

Deutsche Seemannsmission ehrt Dr. Dieter Radtke mit der Ehrennadel mit Goldrand

Nach mehr als 25 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für die Deutsche Seemannsmission wurde Dr. Dieter Radtke mit der höchsten Auszeichnung geehrt, die die Seemannsmission zu vergeben hat. Verliehen wurde ihm die Ehrennadel zur Feier seines 70. Geburtstags am 1. April 2017 von Landesbischof em. Jürgen Johannesdotter (links im Bild), dem Vorsitzenden der Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission.

 

Die Liste von Radtkes Ehrenämtern in der Seemannsmission beginnt 1991 mit dem Engagement im Kuratorium der Kieler Seemannsmission. Hinzu kommen langjährige Tätigkeiten in verschiedenen überregionalen Ausschüssen und Verbänden, die Radtke inzwischen wieder abgegeben hat. Besonders am Herzen liegt dem früheren Bankdirektor jedoch die Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission, an deren Gründung er 2004 maßgeblich mitgearbeitet hat und in der er seitdem als Schatzmeister im Vorstand tätig ist. „Die Stiftung hilft Seeleuten direkt und ohne Umwege. Wir brauchen keinen Verwaltungsapparat, sondern engagieren uns für mehr Menschlichkeit in der Seefahrt“, sagt Radtke selbstbewusst. Erst vor kurzem wurde die Stiftung mit dem Stifterpreis 2016 des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Für den Vorstand ein Ansporn für die weitere Arbeit.

 

Radtke ist ein Vollblut-Ehrenamtler mit Schwung und Elan, wenn`s sein muss auch mit Ecken und Kanten. Er will nicht nur dabei sein, sondern aktiv gestalten und bewegen. Dass ihm dies gelingt, belegen die Zahlen: zu dem Stiftungskapital von rund hundert Tausend Euro im Jahr 2004 sind bis heute weitere 130 Tausend Euro als Rücklagen dazu gekommen. Außerdem wurden in zwölf Jahren rund eine halbe Millionen Euro an die Stationen der Seemannsmission ausgeschüttet.  Selbstverständlich ist ein solches Ergebnis in Zeiten minimaler Zinsen nur durch zusätzliche Spenden von Privatpersonen, aus der maritimen Wirtschaft und von Kirchengemeinden zu erreichen. „Ich bin ein Vertriebsmensch und Kundenpflege war mir schon immer wichtig“, unterstreicht Radtke seinen Einsatz.

 

Neben seinem Engagement in der Seemannsmission ist Radtke für  zahlreiche diakonische Einrichtungen und seine evangelisch-freikirchliche Heimatgemeinde tätig. Immer geht es ihm darum, das vorhandene Geld wirtschaftlich einzusetzen und damit gemeinnützige Arbeit langfristig zu sichern.  Für den Umgang mit Geld hat sich der diplomierte Bankbetriebswirt die Regel eines englischen Baptistenpastors zu Eigen gemacht: „Nimm, was du kriegen kannst, gib ab, was du ermöglichen kannst und halte fest, was notwendig ist.“ Zu seinem 70. Geburtstag nahm der Jubilar das „Abgeben“ besonders wörtlich. Über hundert Gäste hatte er zu einer großzügigen Feier in ein Kieler Hotel eingeladen.

 

Text und Foto: Reinhart Kauffeld

Die Bedeutung von Shanties und Seasongs in der Seefahrt

 

 

Kapitän Helmut Bork ist Seelotse i. R. und Vorsitzender/Oberknurrhahn des Lotsengesangvereins Knurrhahn von 1929 e.V. Er ist Mitglied im Vorstand der Kieler Seemannsmission.

 

Der Lotsengesangverein Knurrhahn ist der Seemannsmission eng verbunden. Er bereichert viele Veranstaltungen der Seemannsmission wie die Andacht unterm Leuchtturm zur Kieler Woche oder den Sonntag der Seefahrt mit Shanties, Seasongs und geistlichen Liedern.

 

Auch für seinen Auftritt bei der feierlichen Eröffnung des 35. Deutschen Seeschifffahrtstags 2016 in Kiel bekam der Chor großen Applaus.

(Foto: Kauffeld)

Anläßlich der Tagung des Stiftungsrats am am 16. Februar 2017 in Hamburg hielt Kapitän Bork einen Vortrag zur Bedeutung von Shanties und Seasongs in der Seefahrt. Hier ein Auszug aus seinem Referat:

 

"Heute wirkt die Zeit der großen Windjammer auf uns romantisch verklärt, doch die raue Wirklichkeit war für die damaligen Seeleute unvorstellbar hart und beschwerlich. Die Segelmanöver an Deck und in der Takelage erforderten große körperliche Anstrengungen. Teilweise herrschten an Bord Bedingungen, die an Sklaverei grenzten. All das fand seinen Niederschlag in den zahlreichen Liedern, wie sie in der großen Zeit der Segelschifffahrt aufkamen oder weiterentwickelt wurden. Einerseits waren es Arbeitsgesänge, die aus einem Wechselgesang zwischen dem Vorsänger, dem »Shantyman«, und dem Chor bestanden. Durch diese Songs erreichte man einen gleichmäßigen, gemeinsamen Kräfteeinsatz beim Ziehen eines Taus, beim Drehen eines Spills oder beim Bedienen der Lenzpumpe.

Es wird deutlich, dass diese Arbeitslieder nicht etwa gesungen wurden, um ein lustiges Lied auf den Lippen zu haben, sondern um die schwere Arbeit an Bord, die mit reiner Muskelkraft, von einer zum Teil bunt zusammengewürfelten Mannschaft bewältigt werden musste, einen gleichmäßigen und einheitlichen Takt zu geben. Oft hieß es auch, das Shanties „gesungene Flüche“ sind."

Die Bedeutung von Shantys und Seasongs in der Seefahrt - Referat von Kapitän i.R. Helmut Bork
Referat Bedeutung von Shantys und Season[...]
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Rolf-Jürgen Hermes übernimmt den Vorsitz im Stiftungsrat

Einstimmig wurde Rolf-Jürgen Hermes (rechts) von den Mitgliedern des Stiftungsrats am 16. Februar 2017 zum Vorsitzenden gewählt. Hermes war bisher der Stellvertreter des Rats und ist Mitglied im Vorstand der Bremer Seemannsmission e.V.. Zu seinem Stellvertreter wurde Pastor Werner Gerke, Deutsche Seemannsmission Hannover e.V. gewählt.

 

Fritz Herberger, Propst em. trat von dem Amt aus Altersgründen zurück. Der Stiftungsvorstand und -rat dankten ihm ausdrücklich für sein Engagement in der Stiftung. (Foto: Kauffeld)

STIFTUNG DEUTSCHE LUTHERISCHE SEEMANNSMISSION wird mit dem Stifterpreis 2016 des Landes Schleswig-Holstein geehrt

 

 

 

 

Ministerpräsident Torsten Albig uns Landespastor Heiko Naß (3.v.l.) überreichen der Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission den Stifterpreis 2016 des Landes Schleswig-Holstein. Den Preis nehmen entgegen der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung Reinhart Kauffeld (rechts) und der Schatzmeister Dr. Dieter Radtke (2.v.l.) Foto: Thomas Eisenkrätzer

Am 5. November 2016 wurde die STIFTUNG DEUTSCHE LUTHERISCHE SEEMANNSMISSION mit dem Stifterpreis Schleswig-Holstein 2016 ausgezeichnet. Verliehen wurde der Preis vom Ministerpräsidenten des nördlichsten Bundeslandes Schleswig-Holstein Torsten Albig und  Landespastor Heiko Naß, Vorsitzender des Stiftungstages.


Der Stifterpreis wird alle zwei Jahre verliehen. Eine hochkarätig besetzte Jury aus Politik, Wirtschaft, Medien und Wohlfahrt entscheidet über die Vergabe. Unsere Stiftung hat den 2. Platz bekommen, der mit 3000 Euro dotiert ist.


"Der Hauptgewinn geht an uns alle", sagte Torsten Albig in seiner Ansprache, mit der er die Arbeit der 750 Stiftungen in Schleswig-Holstein würdigte. Mit der zum fünften Mal ausgegebenen Auszeichnung wolle man das herausragende Engagement für den Gemeinsinn würdigen und weitere Bürger motivieren, Stiftungen zu gründen, so Albig weiter. Nach seinen Worten bereichern gemeinnützige Stiftungen unsere Gesellschaft nachhaltig mit Wärme und Menschlichkeit. Der erste Preis ging an die IRIS Stiftung, die sich für die Hilfe blinder Menschen einsetzt, der dritte Preis an die Stiftung Nortorfer Land, die den Zusammenhalt in dieser Region in vielfältiger Weise fördert.
 
Für den Vorstand der STIFTUNG DEUTSCHE LUTHERISCHE SEEMANNSMISSION ist diese Auszeichnung eine schöne Bestätigung für die bisher geleistete Arbeit und Motivation sich weiter für die Seemannsmission zu engagieren.

Das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) - ein effizientes Netzwerk der maritimen Wirtschaft und Partner der Deutschen Seemannsmission

 

 

 

 

 

 

 

Heino Schadwald, Leiter der Geschäftsstelle SH des MCN im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Stiftung, Jürgen Johannesdotter, Landesbischof em.

Vortrag von Heino Schadwald am 25. Februar 2016 im Stiftungsrat. Herr Schadwald ist Leiter der Geschäftsstelle Schleswig-Holstein des MCN und wesentlicher Impulsgeber, Förderer und Koordinator dieser Organisation.


Das Maritime Cluster Norddeutschland ist ein Netzwerk der Maritimen Wirtschaft in den fünf norddeutschen Küstenländern.  Gegründet wurde es 2005 als Maritimes Cluster Schleswig-Holstein; seit 2011 erweitert zum Maritimen Cluster Norddeutschland mit den Ländern Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Seit 2015 sind auch die Bundesländer Bremen und Mecklenburg-Vorpommern Kooperationspartner. Projektträger ist die WTSH - Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH). Im MCN sind aktuell über 260 Mitgliedsunternehmen vertreten.


Die vorrangigen Themenschwerpunkte des MCN sind: Schiffbau und Schiffbauzulieferer, Werften, Reederei- und Hafenwirtschaft, Maritime Dienstleister, Meerestechnik, Offshore Wind sowie Bildung und Wissenschaft.

 

Die Seemannsmission Schleswig-Holstein e.V. ist bereits seit 2010 Mitglied im MCN. Die Kontakte werden im Wesentlichen durch Reinhart Kauffeld wahrgenommen, der die Seemannsmission regelmäßig auf Veranstaltungen des Clusters vertritt.

 

Seit Beginn des Jahres 2016 hat das Seemannspfarramt der Nordkirche die Mitgliedschaft im MCN übernommen. Hiermit verbunden ist der Zielvorstellung, dass die Seemannsmission noch stärker als bisher im MCN mitarbeiten kann.

 

Die Folien zum Vortrag von Herrn Schadwald finden Sie hier.

10 Jahre Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission

Der Vorstand der Stftung: Landesbischof em. Jürgen Johannesdotter, Bankdirektor i.R. Dr. Dieter Radtke und Reinhart Kauffeld. Foto: privat

 

 

Seit zehn Jahren unterstützt die Stiftung Seemannsmission die örtlichen Stationen der DSM im In- und Ausland. Das Anliegen der Stiftung ist eine langfristige und nachhaltige Förderung der Arbeit. Der Vorstand ist ausschließlich ehrenamtlich tätig. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums berichtete die Evangelische Zeitung in ihrer Ausgabe vom 29. März 2015 über die Stiftung. Hier können Sie den vollständigen Artikel lesen.

Die Situation philippinischer Seeleute und ihrer Familien aus philippinischer Sicht

Elisa Bombis Foto: privat

Elisa Bombis wurde 1957 geboren in den Philippinen in Roxas City auf der Insel Panay. Sie lebt seit 1986 in Deutschland, in Kiel, verheiratet. Ehrenamtlich ist sie tätig im Vorstand in der Seemannsmission Kiel.

 

Elisa Bombis besucht regelmäßig ihre Heimat und ist vertraut mit der Situation von Seeleuten und ihren Familien in ihrer Heimat.

 

Rund jeder 4. Seemann, der auf den Meeren dieser Welt unterwegs ist, stammt von den Philippinen. Aus philippinischer Sicht ist der Beruf nach wie vor erstrebenswert, weil er den Lebensunterhalt vieler Familien sichert. Andererseits ist die Arbeit als Seemann mit vielen Einschränkungen und Risiken verbunden, die das Leben schwer machen. Deshalb weiß Elisa Bombis wie wichtig die Angebote der Seemannsmission für ihre Landsleute sind.

 

Am 26. Februar 2015 war Frau Bombis mit ihrem Mann zu Gast im Stiftungsrat der Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission. Ihr Vortrag wurde mit großem Interesse aufgenommen, weil er neben vielen aktuellen Informationen die Liebe und Warmherzigkeit zu den Menschen aus ihrer Heimat deutlich machte.

 

Hier können Sie den vollständigen Vortrag von Elisa Bombis lesen.

Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission unterstützt die neue Seafarers Lounge in Kiel

Es geht um die Würde der Seefahrer

 

von Wolfgang Henze

 

Der erste Weg nach dem Anlegen in Kiel führt Pereira Eldrin Paul (26) und Dahal Sagar (30) direkt zur Seafarer Lounge in den Ostseekai. Die beiden Konditoren aus Indien und Nepal gehören zur Besatzung der „MSC Orchestra“, ein schneeweißes Traumschiff, das während der Sommersaison beinahe im Wochentakt die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt ansteuert. Und die neue Lounge, die in dieser Saison eröffnet wurde, ist für die meisten Besatzungsmitglieder der Kreuzfahrtschiffe bereits zur zeitweiligen zweiten Heimat geworden.
Die Frauen und Männer der internationalen Crews können dort günstig einkaufen, telefonieren und vor allem steht dort kostenfrei Internet zur Verfügung, damit die Verbindung zur Familie und Heimat wenigstens über diesen virtuellen Kanal nicht abreißt.


Dahal Sagar beispielsweise ist durchgehend für sieben Monate an Bord im Einsatz. Das ist nicht ungewöhnlich und bedeutet üblicherweise sieben Tage Arbeitswoche, und bis zu 14 Stunden Dienst täglich. Wenige Stunden an Bord, aber auch schöne Aufenthalte bei der Seemannsmission, denn die betreibt die Seafarer Lounge im Ostseekai, bilden beinahe den Kern knappen Freizeitvergnügens für die Crews.


Am 2. Juli 2014 wurde die Lounge eröffnet, bildet damit das vierte Standbein der Deutschen Seemannsmission Kiel. Denn die betreibt auch die Seemannsheime in der Nord-Ostsee-Kanal-Schleuse und in Kiel-Holtenau, sowie den Internationalen Seemannsclub „Baltic Poller“ im Ostuferhafen.


Überwiegend ehrenamtlich wird die Arbeit geleistet, alleine zwei bis drei Mitarbeiter betreuen die Seafarer Lounge in Kiel. „Wir tun das wirklich gerne und freuen uns, wenn die Seefahrer uns als ihre Heimat auf Zeit verstehen“, erklärt Diakon Rudi Saß, Leiter der Deutschen Seemannsmission in Kiel.


Rund 420.000 Euro sind an Kosten bis zur Öffnung der Seafarer Lounge entstanden, erklärt Rudi Saß, wobei der größte Teil vom Land Schleswig-Holstein, der Gewerkschaft International Transport Workers Federation (ITF) und der Deutschen Seemannsmission getragen worden sei. „Für die Betriebskosten kommt bis auf Weiteres der Seehafen Kiel auf“, so der Diakon weiter.
Die finanziellen Mittel der Seemannsmission stammen zu einem Teil aus deren eigener Stiftung, die vor rund zehn Jahren gegründet worden ist. Die Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission unterstützt Seefahrer internationaler Herkunft, in dem sie die 15 örtlichen Vereine in den norddeutschen Hafenstädten finanziell fördert. Der stellvertretende Stiftungs-vorsitzende Reinhart Kauffeld betont, dass es vor allem um die Würde der Seeleute gehen würde. „An Bord geht es ihnen nicht immer gut, die Arbeit ist häufig sehr hart und die Entlohnung oft schlecht“, so Kauffeld. „Wir wollen dies mit den Aktivitäten und in den Stationen der Seemannsmission ein wenig abmildern.“


Besonders auf die Flagge geschrieben hat sich die Stiftung die Projekte Weihnachts-Paketaktion, kostenlose Telefonbrücke in die Heimat, sowie die Unterstützung von Seeleuten in Notsituationen. „Aber auch die Helfer können Hilfe brauchen“, sagt Kauffeld, „denn auch unsere Mittel sind begrenzt und über Spenden und Zustiftungen freuen wir uns immer“, und weist abschließend auf das Spendenkonto der Stiftung hin.

Juli 2014


www.stiften-in-schleswig-holstein.de/Henze

Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission fördert die Ausbildung in der Psychosozialen Notfallversorgung

Dipl. Rel. Päd. Thomas Scheld vorm Haus der Deutschen Seemannsmission in Hamburg-Altona

Die Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission fördert die Ausbildung in der Psychosozialen Notfallversorgung. Um dieses wichtige Thema noch stärker als bisher bekannt zu machen, hatte der Vorstand zur diesjährigen Sitzung des Stiftungsrats im Februar 2014 Herrn Dipl. Rel. Päd. Thomas Scheld als Referenten eingeladen. Sein Vortrag „Die Seemannsmission als Teil der Psychosozialen Notfallversorgung“ stieß auf großes Interesse und ist sicherlich ein weiterer Anstoß dafür, dass noch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Stationen für diese Aufgaben qualifiziert werden.


Scheld ist Vorstandsmitglied des Deutschen Fachverbands für Psychosoziale Notfallversorgung e.V. Berlin. Scheld erläuterte die Entwicklung der Psychosozialen Notfallversorgung in Deutschland. Während lange Zeit nur die medizinische Versorgung bei Großschadensereignissen im Vordergrund stand, zeigte sich bei großen Unglücken wie bei der Flugshow in Ramstein (1988) und nach dem ICE Unglück bei Eschede (1998) die Notwendigkeit, Betroffene, Anwohner und Einsatzkräfte auch psychologisch zu betreuen.
Zunächst waren es Einzelpersonen (auch Pastoren), die sich dieser Aufgabe stellten.

 

Erst ab 2007 gab es Bemühungen, einen Konsensprozess auf Bundesebene zu fördern und Standards für Hilfen zu formulieren. Ergebnis dieser Bemühungen ist ein Konsensus-Papier veröffentlicht durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Nach diesem Beschluss und auf der Grundlage der Ergebnisse gründete sich der Deutsche Fachverband für Psychosoziale Notfallversorgung e.V. 2011 in Berlin. (www.df-psnv.de)
Schleswig-Holstein hat als eines von wenigen Bundesländern die Richtlinien des Konsensus für sich verbindlich gemacht. Damit gehört die Psychosoziale Notfallversorgung  zu den Pflichtaufgaben des Landes im Rahmen der Daseinsvorsorge. Gleichzeitig wurde die Fürsorgepflicht der entsendenden Organisationen für die für die Rettungskräfte hervorgehoben.


Weiter erläuterte Scheld die Möglichkeit der Seemannsmission, sich in die jeweiligen lokalen Strukturen einzubinden. Nach Ansicht von Scheld haben die Mitarbeiter in der Seemannsmission eine Reihe von Stärken und Kompetenzen, die bei Unglücken mit Schiffen oder an Bord von Schiffen besonders hilfreich sein können:  Interkulturelle Kompetenz, Zugang zu Schiffen, sichere Bewegung an Bord, Feldkompetenz in der Seefahrt, Erfahrung in der Betreuung von Seeleuten, seelsorgerlicher Kontext, Fachleute für Krisenintervention.


Die Ausbildung in der Krisenintervention umfasst zwei Einheiten von jeweils 5 Tagen mit Theorie und Praxisübungen. Bisher haben einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DSM diese Fortbildungen besucht. Die Kosten hierfür wurden von der Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission übernommen. Text und Foto: Reinhart Kauffeld

Psychosoziale Notfallversorgung: Qualitätsstandards und Leitlinien Teil I und II
Band_7_Praxis_BS_PSNV_Qualitaetsstandard[...]
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Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission am Stifterpreis Schleswig-Holstein 2013 beteiligt

Torsten Albig, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein (rechts), im Gespräch mit Dr. Dieter Radtke, dem Schatzmeister der Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission, beim Stiftertag 2013 in Rendsburg

„Wir schenken Hilfe“ – unter diesem Motto setzt sich der Schleswig-Holsteiner Stiftungstag für die Förderung des Stiftungswesens im Land zwischen den Meeren ein. Zentrales Anliegen ist die Würdigung und Anerkennung vorbildlicher Leistungen im Stiftungswesen, die mit der Verleihung eines Stifterpreises ihren ehrenvollen öffentlichen Ausdruck findet. Die Schirmherrschaft für die Verleihung dieses Preises hat Ministerpräsident Torsten Albig.

Am 9. November 2013 wurde zum vierten Mal der Stifterpreis Schleswig-Holstein verliehen. Auch die Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission hat sich für diesen Preis beworben und hierfür eine umfangreiche Dokumentation ihrer Arbeit erstellt. „Es hätte jede Stiftung  gewinnen können“, sagte der Bischofsvertreter im Sprengel Schleswig und Holstein Gothart Magaard gleich zu Beginn  seiner Laudatio. Immerhin gehörte die Seemannsmission zu den nominierten Stiftungen, auch wenn es zum Schluss leider nicht für einen der dotierten  Preise reichte. Trotzdem sind wir als Vorstand stolz darauf, zum Kreis der Stiftungen zu gehören, die es in die engere Wahl geschafft haben.

 „Stiftungen sind Ausdruck einer funktionierenden Bürgergesellschaft. Gewinner ist stets das Gemeinwohl“, sagte Torsten Albig. Dies gilt auch für die Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission.  Sie unterstützt die örtlichen Einrichtungen der Deutschen Seemannsmission finanziell, damit diese ihren sozialen Dienst an den Seeleuten aus aller Welt verrichten können. Auf diese Weise trägt die Stiftung maßgeblich dazu bei, die Arbeit der Einrichtungen langfristig und verlässlich zu fördern. Zusätzlich ermöglicht sie auch finanzielle Hilfen in Notsituationen, die die einzelnen Stationen auf Grund ihrer ohnehin knappen Haushaltslage nicht leisten könnten. 

Der Vorstand setzt sich mit Engagement, Fachkenntnis und Professionalität dafür ein, die Erträge der Stiftung mit Spenden und Kollekten aufzustocken. Die Führung der Stiftung wird ausschließlich ehrenamtlich geleistet, eine Aufwandsentschädigung wird nicht gezahlt. So kommt der weitaus größte Teil unmittelbar der Arbeit für die Seeleute zu Gute.

 

Text und Foto: Reinhart Kauffeld

Kapitän Gerald Immens zu Gast im Stiftungsrat

Kapitän Gerald Immens Foto: Kauffeld

Gerald Immens ist mit Leib und Seele aktiver Kapitän, der seine Liebe zur Seefahrt besonders an junge Menschen weiter geben will. Er ist Lotse am Nord-Ostsee-Kanal und Lehrkraft am Maritimen Zentrum der FH Flensburg, einem der größten maritimen Forschungs- und Ausbildungszentren in Noreuropa. Immens war viele Jahre Präsident des Bundesverbandes der See- und Hafenlotsen. Außerdem ist er Sachverständiger bei Schiffsunfällen.

 

Vor den Mitgliedern des Stiftungsrats hielt Immens am 28. 02.2013 ein Referat mit dem Titel: "Ist die christliche Seefahrt noch christlich? Wie verändert sich die Seefahrt für die Seeleute? Eine Einschätzung aus der Sicht eines Lotsen."

 

Eine große Bedeutung für Seeleute hat nach Immens Worten das Zusammenleben verschiedener Nationen und/oder verschiedener Kulturkreise. Viele Reedereien haben keine eigenen Personalabteilungen mehr, sondern überlassen dieses Thema sog. Crewing Agencies. Anhand eigener Beispiele macht Immens deutlich, wie schwierig hierdurch Situationen an Bord werden können. Insbesondere erfordert dies vom Kapitän eine erheblich integrative Leistung, auf die er aber eher schlecht vorbereitet ist, da dies nicht zu seinen Ausbildungsinhalten gehört. Der Seemannsmission bescheinigt Immens, eine wichtige Arbeit zu leisten verbunden mit dem Wunsch, sich noch mehr als bisher an politischen Entscheidungen, die die Seeleute betreffen, zu beteiligen. Hier das vollständige Referat von Gerald Immens im Wortlaut.  



Gerald Immens: "Ist die christliche Seefahrt noch christlich?"
Immens Gerald Rede am 28. Febr. 2013 bei[...]
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